Offener Brief zu unfreier Software an Schulen
Vermutlich haben Sie diesen Link erhalten, da Sie in Ihrer Funktion als Lehrkraft unfreie Software, zum Beispiel Microsoft Word, zur Gestaltung von Hausaufgaben oder Projektarbeiten voraussetzen oder ausschließlich diese Software im Unterricht behandeln.
Diese Software ist leider nicht frei, behindert Ihre Schüler somit in ihrer Entscheidungsfreiheit
Die Freiheit der eigenen Entscheidung
Unsere Gesellschaft und vor allem auch unsere Bildungseinrichtungen möchten junge Menschen zu mündigen Bürgern mit einer eigenen Meinung und der Freiheit zur Selbstbestimmung heranwachsen sehen. Die Festlegung auf Software eines bestimmten Herstellers widerspricht dem Geist einer zukunftsorientierten, freiheitlich ausgerichteten Gesellschaft. Mit dieser Vorgabe nehmen Sie jungen Menschen die Freiheit der Wahl ab und festigen die Monopolstellung einiger Großkonzerne.
Der Kostenfaktor
Unfreie Software kostet in der Regel viel Geld; die übliche Software aus dem Hause Microsoft für einen einzelnen Computer schlägt zum Beispiel insgesamt mit rund 188€ für aktuelle Versionen zu Buche (Microsoft Windows Vista "Home Premium" 32bit System Builder (ohne Support) 89€ + Microsoft Office 2007 Home & Student , Speziallizenz für Schüler und Studierende 99€ Quelle: http://www.alternate.de/; Stand: Oktober 2007). Die Erwartung, solche Software zu verwenden, könnte zum Einen zur Senkung der Hemmschwelle führen, Raubkopien einzusetzen und zum anderen ehrliche Schüler stark finanziell beeinträchtigen, da diese viel Geld für Originalprodukte ausgeben müssen. Besonders für Schüler ist es deshalb interessant, auf ein freies Betriebssystem, wie zum Beispiel eine GNU/Linux-Distribution in Verbindung mit Programmen wie OpenOffice.org, Abiword, lyx und scribus zurückzugreifen.
Die Alternativen
Unser Vorschlag auf Ihre berechtigte Frage nach einer besseren Alternative wird sowohl Ihnen, als auch Ihren Schülern gefallen. Sie haben weniger Arbeit mit Versionskonflikten der Word-Dokumente Ihrer Schüler, welche freie, kostenlose Software benutzen können, Ihre Schüler müssen keine teure Software kaufen und können auf technisch ausgereifte und trotzdem kostenlose Programme zurückgreifen. Zudem sind inzwischen einige GNU/Linux-Distributionen erhältlich, die auf den Einsatz in Schulen spezialisiert sind; z.B. kmLinux, Skolelinux [1] oder Edubuntu. Alle diese beinhalten auch unterrichtsrelevante Software, die z.B. in Microsoft Windows fehlt. Natürlich ist es heute möglich mehrere Betriebssysteme auf einem PC zu installieren, und dem Benutzer beim PC-Startvorgang die Wahl zu geben, welches er von diesen nutzen möchte. Auch erlauben viele dieser Schul-Distributionen den Einsatz von mehreren Grafikkarten, Tastaturen, Mäusen und Monitoren an einem PC, so dass mehrere Schüler an einem Rechner arbeiten können und Hardware-Kosten reduziert werden.
Unsere Empfehlung im Bezug zu einer Office-Lösung ist das bekannte FLOSS-Projekt OpenOffice.org. Folgende Punkte können von den alternativen Lösungen garantiert werden:
Sie können alle gängigen Dokumente Ihrer Schüler öffnen (unter anderem Word- und Excel-Dokumente)
- Sie können Ihren Schülern die Freiheit lassen, die Software ihrer Wahl zu benutzen
- Sie können Ihren Schülern helfen, viel Geld zu sparen und dabei interoperabel zu bleiben
Schulen bekommen umfangreichen kostenlosen GNU/Linux-Support von den PingoS.
Siehe auch
Quellen
[1]: Linux New Media Award für Skolelinux (2004)
Die Unterzeichner
- David Juffinger
- Michael Lamberti
- Dennis Fischer
- Christian Dröge
- Jörg Brakebusch
