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Self: offene_Briefe/Google

Offener Brief für mehr Kritik bei der Auswahl der Informationsquellen

In diesem Brief möchten wir eine grundlegende Problematik ansprechen, die mit dem freien Zugang zu Informationen und weniger mit freier Software selbst zu tun hat. In unseren Augen sollte jeder Mensch genau dieses Recht auf informtionelle Selbstbestimmung in Anspruch nehmen können.

Heutzutage ist es Gang und Gebe, dass man sich einer Suchmaschine bedient, um aus der Fülle der Informationen geeignete Inhalte auszuwählen bzw, verschiedene Quellen zu vergleichen, um sich ein eigene Meinung zu bilden. Das Wichtigste ist in diesem Fall, dass man auch verschiedene Quellen zu Verfügung hat. Wenn es nun zu einer Konzentration derjenigen kommt, die die Information bereitstellen, so stellt sich die Frage, ob sie uns auch alle Informationen zur Verfügung stellen.

Schon vor längerer Zeit (2002) wurde die Öffentlichkeit durch einen Artikel des Zeitschriftenverlags heise [1] über den Suchmaschinen-Marktführer Google darauf aufmerksam, dass Google möglicherweise Internetseiten zensiert. Nachforschungen hierzu ließen aufhorchen, denn die Harvard Law School hat festgestellt [2], dass es in den Trefferquoten der amerikanischen, deutschen und französischen Google-Seiten einige Unterschiede gibt.

Nach Ergebnissen der Harvard Law School wurden nach Testphase im Zeitraum vom 4 bis 21. Oktober 2002 113 Seiten aus dem französischem und deutschem Google-Angebot im Vergleich zu amerikanischen Pendant gefiltert [3]. Das Problem damals war, dass man die Sache nicht einmal nachprüfen konnte, weil man mit seinem Browser aufgrund "Content Negotiation"((Content Negotiation ist eine Technik, die bei Webservern verwendet wird, um Benutzer auf den landesspezifischen Server zu lenken.)) niemals den amerikanischen Server erreichen konnte.

Informationen sollten also im Interesse aller nicht nur aus einer Quelle, sondern aus möglichst vielen Quellen des Internets bezogen werden.

Beispiele hierzu:

Generell sollte man mit dem Thema "Information" kritisch umgehen. Heute gibt es viele Leute, die Informationen nicht mehr richtig einschätzen können, bzw. durch ansprechend gestaltete Internetseiten meinen, sie würden seriöse Informationen erhalten. Es scheint eine immer größere Masse an Menschen zu geben, denen die Fähigkeit der Einschätzung einer Informationsquelle fehlt. Der Spiegel schrieb schon vor Jahren nicht umsonst von einem "Informationsproletariat".

Wir möchten uns nicht vorschreiben lassen, wie wir Informationen einzuschätzen haben. Wir möchten uns auch weiterhin ein eigenes Urteil bilden dürfen, ohne dass eine Organisation oder Firma die Rohdaten filtert.

Siehe auch

Quellen

Die Unterzeichner


KategorieBriefe