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Offene Dateiformate

Ein Dateiformat legt fest, auf welche Weise Daten für einen bestimmten Zweck gespeichert werden. Damit ist es, ähnlich wie ein Protokoll im Netzwerk, eine Art "Sprache", mit der verschiedene Programme miteinander kommunizieren können.

Hersteller proprietärer Software versuchen häufig, eigene Dateiformate auf dem Markt zu etablieren. Das wäre in Ordnung, wenn diese von jedem eingesehen und in freie Programme integriert werden könnten. Da dies häufig jedoch nicht der Fall ist, ergeben sich daraus etliche Probleme:

Liste der Dateiformate

Hier findest du, geordnet nach ihrer Aufgabe, einige ausgewählte Dateiformaten. Zu jedem Format geben wir an

Textdokumente

Unsere Empfehlung: Soll das Dokument lediglich von anderen angesehen werden, ist PDF sehr gut geeignet.

Arbeiten hingegen zum Beispiel mehrere Leute an einem Dokument ist das offene und standardisierte Dateiformat ODF zu empfehlen.

Format

Dateiendung

Nutzbar mit freier Software

Bemerkungen

Lotus Word Pro

.lwp

nein

Lotus Word Pro ist eine Textverarbeitungssoftware der Firma Lotus Development Corporation

Microsoft Word Textdokument

.doc

Teilweise nutzbar mit OpenOffice.org

Patentbelastet

ODF Textdokument

.odt

Ja

ISO-Standard und mittlerweile in den stabilen Versionen der meisten Office-Programme integriert.

OpenOffice.org Writer Textdokument

.sxw

ja

Das Dateiformat ist veraltet. In der aktuellen stabilen Version von OpenOffice.org wird das OpenDocument-Format (siehe oben) standardmäßig verwendet.

Portable Document Format

.pdf

ja

Patentbelastet

PostScript

.ps

ja

PostScript ist eine Seitenbeschreibungssprache

Rich Text format

.rtf

ja

Ähnlicher Aufbau wie HTML

Tex

.tex

ja

Textsatzssystem mit eingebauter Makrosprache

Audio

Zur Übertragung von Audiodaten über ein Netzwerk oder zur Speicherung von Audiodaten auf Datenträgern werden diese sinnvollerweise komprimiert. Zur Komprimierung kommen zwei Typen von Verfahren zum Einsatz:

Verlustfreie Verfahren sind also universelle Komprimierungsverfahren, während sich verlustbehaftete Verfahren ausschließlich für Audio- oder Videodaten eignen.

Verlustbehaftete Verfahren

Unsere Empfehlung: Ogg Vorbis erzielt bei gleichem Speicherverbrauch bessere Ergebnisse als MP3. Lediglich bei Hardware-Playern ist die Unterstützung für Vorbis derzeit häufig noch ein Merkmal der "Deluxe-Produkte".

Format

Dateiendung

Nutzbar mit freier Software

Bemerkungen

MP3

.mp3

ja

Das Format ist patentbelastet und darf nur im privaten Einsatz kostenfrei genutzt werden. Daher werden viele GNU/Linux Distributionen ohne MP3-Unterstützung ausgeliefert.

Musepack

.mpc, .mpp oder .mp+

ja

Offenes Dateiformat, das jedoch noch nicht von vielen Playern unterstützt wird.

Ogg Vorbis

.ogg

ja

Freie Software ist für alle Aufgaben und alle wichtigen Betriebssysteme verfügbar und das Format ist nicht patentbelastet.

Real Media

.rm

nein

RealPlayer Version 7 (1999) wollte zahlreiche Informationen über das Internet austauschen. Das Format ist patentbelastet.

Windows Media Audio

.wma

ja

Proprietärer Codec

Verlustfreie Verfahren

Unsere Empfehlung: Wer Audiodaten verlustfrei komprimieren möchte, ist mit FLAC gut beraten, da zu diesem format sehr viele freie Programme zur Verfügung stehen und sogar einige Hardware-Player FLAC abspielen können.

Format

Dateiendung

Nutzbar mit freier Software

Bemerkungen

Apple Lossless

.m4a

ja

Proprietärer Codec

Free Lossless Audio Codec

.flac

ja

Offenes Dateiformat, das nicht patentbelastet ist

Windows Media Audio Lossless

.wma, .asf

nein

Proprietärer Codec

Sprache

Format

Dateiendung

Nutzbar mit freier Software

Bemerkungen

Speex

.spx

ja

Mit Speex lassen sich keine Musikdaten ohne deutlich hörbaren Qualitätsverlust verkleinern; dafür erzielt er bei gesprochenem Text deutlich bessere Kompressionsraten.

Video

Unsere Empfehlung: Ogg Theora. Ogg Theora befindet sich momentan zwar noch in der Entwicklung der ersten Version, ist jedoch bereits einsetzbar.

Format

Dateiendung

Nutzbar mit freier Software

Bemerkungen

DivX

.avi

ja

Patentbelastet

Windows Media Video

.wmv

ja

Proprietärer und patentbelasteter Codec

MPEG

.mpeg, .mpg

ja

Ogg Theora

.ogg

ja

Befindet sich zwar noch in der Entwicklung ist aber offen und nicht von Patenten belastet.

QuickTime

.mov, .qt

ja

Real Media

.rm

nein

RealPlayer Version 7 (1999) wollte zahlreiche Informationen über das Internet austauschen. Das Format ist patentbelastet.

XviD

.avi, .ogm

ja

In den USA und in Japan patentbelastet

Datenkompressionsformate

Unsere Empfehlung: GZIP, da es unter der GPL steht und patentrechtlich unbedenklich ist.

Format

Dateiendung

Nutzbar mit freier Software

Bemerkungen

ACE

.ace

Die alte Version von unace ist frei, kann aber keine neueren Archive mehr öffnen

BZIP2

.bz2, .tbz2

ja

Cabinet

.cab

ja

GZIP

.gz, .tgz

ja

RAR

.rar

Die alte Version von unrar ist frei, kann aber keine neueren Archive mehr öffnen

ZIP

.zip

ja

7z

.7z

ja

Grafikformate

Pixel-/Rastergrafik

Format

Dateiendung

Nutzbar mit freier Software

Bemerkungen

BMP

.bmp

ja

GIF

.gif

ja

Seit 2003/2004 nicht mehr patentbelastet. Das Format gilt aber dennoch als veraltet.

JPG

.jpg, .jpeg

ja

Dieses Dateiformat ist im Internet sehr weit verbreitet aber durch Patente geschützt.

MNG

.mng

ja

Wird als offener Nachfolger von GIF (siehe oben) gehandelt.

PNG

.png

ja

TIFF

.tiff

ja

Vektorgrafik

Format

Dateiendung

Nutzbar mit freier Software

Bemerkungen

Flash

.swf

Teilweise durch gplflash oder Gnash

Proprietäre Unterstützung lediglich bis zu der veralteteten Flash Version 7

SVG

.svg

ja

VRML

.wrl

ja

Quellen

[1] Ein Beispiel hierfür sind professionelle Digitalkameras: Jeder Hersteller nutzt hier ein eigenes Format, um die Kunden zu binden. Im Falle von Canon wird zum Beispiel von aktuellen Software Versionen ein nur fünf Jahre altes Format nicht mehr unterstützt.

Weblinks


KategorieFreiheit

freiheit/offene_Dateiformate (zuletzt geändert am 2008-05-18 17:53:14 durch )