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Lizenzen

Was bedeuten Software-Lizenzen überhaupt?

Eine Software-Lizenz regelt die Rechte und Pflichten die ein Anwender an einer Software hat. Im Bereich der unfreien Software (z. B. Microsoft Windows, Apple MacOS) verpflichten sich Kunden über eine Endbenutzer-Lizenzvereinbahrung die Software nur für die vom Hersteller erlaubten Zwecke einzusetzen und keine Manipulationen vorzunehmen. Die genauen Regelungen variieren dabei, laufen aber im Grunde immer auf eine Einschränkung der Nutzerrechte hinaus. Lizenzen freier Software hingegen räumen dem Anwender dagegen weitläufige Freiheiten ein - daher auch die Namensgebung.

Wie im richtigen Leben gibt es aber auch bei freier Software keine grenzenlose Freiheit, da sie sonst nicht zu schützen wäre. Die Vorstellungen, welcher Grad von Freiheit der richtige bzw. beste ist, gehen auch bei den Autoren freier Software auseinander. Eine wertvolle Erkenntnis aus den, teilweise hitzig geführten, Debatten zu diesem Thema ist, dass es keine allgemeingültige Regelung gibt und geben kann: Jeder Autor entscheidet allein, wieviel Freiheit er seinen Nutzern einräumt.

Aufgeklärte Vertreter unterschiedlicher Lager respektieren und akzeptieren daher die Entscheidung der anderen und konzentrieren sich auf die Gemeinsamkeiten.

Hier möchten wir euch die Eigenheiten einiger Lizenzen erklären. Wenn ihr nur wissen möchtet, ob eine bestimmte Lizenz der [freie software Definition freier Software] entspricht, könnt ihr auf der Liste des GNU-Projektes oder in der Auflistung der OSI nachsehen. Dort werden etliche Lizenzen in die Kategorien "GPL-kompatibel", "nicht GPL-kompatibel, aber frei" und "nicht frei" eingeteilt.

Lizenzen freier Software

Artistic License

Die Artistic License schreibt vor, entweder die Änderungen öffentlich zu machen, oder aber die veränderte Version nur für sich selber (oder seine Firma) einzusetzen. Wenn man das nicht will, dann muss man dem Programm einen anderen Namen geben, darf sie dann jedoch auch unfrei weiterverbreiten.

BSD-Lizenz

Die BSD-Lizenz ist eine sehr liberalere Lizenz: Sie fordert nicht, dass Software, die von einer unter der BSD-Lizenz stehenden Software abgeleitet ist, ebenfalls unter die BSD-Lizenz oder eine andere freie Lizenz gestellt werden muss.

Diese Regelung ist dann vom Autor einer BSD-lizenzierten Software gewünscht.

GNU General Public License

Die GNU General Public License (oder kurz "GPL") ist die wohl bekannteste Lizenz für freie Software. Zu berühmten, unter der GPL veröffentlichten Produkten gehören zum Beispiel Linux und auch der Webbrowser FireFox.

Die GPL beschützt die Freiheit der Programme dadurch, dass abgeleitete Versionen ebenso unter der GPL stehen müssen. Ähnliches gilt für Programme, die mit einer unter GPL stehende Programmbibliothek gekoppelt werden - Sie müssen unter einer GPL-kompatiblen Lizenz stehen (eine kompatible Lizenz ist eine Lizenz, welche mindestens dieselben Freiheiten gewährt und keine zusätzlichen Restriktionen auferlegt).

Autoren freier Software möchten auf diese Weise die Freiheit des Anwenders sichern. In Kauf genommen wird dagegen eine mögliche Einschränkung der Lizenz-Wahlmöglichkeiten eines Programmierers, der diese Software weiterverwerten möchte.

Da es leider auch Inkompatibilitäten mit anderen freie Software Lizenzen gibt, werden manchmal spezielle Ausnahmeregelungen getroffen, die dann Teil des Lizenztextes der Software sind.

Lesser GPL

Die GNU Lesser General Public License ist eine modifizierte Version der GPL. Der Unterschied besteht darin, dass auch proprietäre Programme mit unter der LGPL stehenden Bibliotheken gekoppelt werden dürfen. Obwohl vorrangig für Programmbibliotheken gedacht, sind auch Anwendungen LGPL lizenziert. Eines der bekanntesten ist die freie Office-Suite OpenOffice.

Lizenzen für andere Werke

Creative Commons

Creative Commons ist eine ganze Ansammlung an Lizenzen, von denen jedoch nicht alle komplett freie Lizenzen sind. Die Inhalte unseres Wikis sind zum Beispiel unter den Bedingungen der freien Variante CC verfügbar.

GNU Free Documentation License

GNU Free Documentation License ist eine Lizenz für Softwaredokumentation, die aber auch von Wikipedia eingesetzt wird. Sie ist der GPL-ähnlich, erlaubt aber unveränderbare Bereiche festzulegen. Kritiker sehen dies als eine zu starke Einschränkungsmöglichkeit.

Tabellarische Übersicht über freie Lizenzen

Name der Lizenz

Von der OSI zertifiziert

Mit der GPL kompatibel

Artisitc License (Original)

ja

nein

Artisitc License (modifiziert)

ja

ja

BSD-Lizenz (Original)

nein

nein

BSD-Lizenz (modizifiert)

ja

ja

CDDL

ja

nein

GPL

ja

ja

LGPL

ja

ja

Fragen und Antworten zu Lizenzen

Frage: Wie kann ich erkennen welche Lizenz ein Programm nutzt?

Antwort: Um dies herauszufinden gitb es mehrere Herangehensweisen:

  • Die Free Software Foundation betreibt mit Unterstützung der UNESCO ein Verzeichnis für freie Software. Es werden in diesem Verzeichnis grundsätzlich nur freie Programme aufgenommen, die auf freien Systemen laufen und bei denen es keine Abhängigkeiten von irgendwelcher unfreier Software gibt. Die Lizenzen werden gründlich überprüft.

  • Freshmeat ist ein riesiges Software-Verzeichnis. Zu jedem Programm gibt es neben Beschreibung, Links und Screenshots auch eine Information über die Lizenz. In diesem Verzeichnis werden jedoch auch unfreie Projekte aufgenommen.

  • Normalerweise gibt es bei der Installation eines Programms einen Hinweis auf die verwendete Lizenz, den man üblicherweise mit Akzeptieren oder OK bestätigen muss.

  • Viele grafische Anwendungen haben im Menü “Hilfe” einen Punkt “Über...” oder “About...”, der häufig auch Auskunft über die Lizenz gibt.
  • Falls obige Punkte dir nicht weiterhelfen können solltest du einmal die Homepage des Programms besuchen oder im Installationsverzeichnis nach Dateien mit dem Namen Copying, License, README oder LIESMICH Ausschau halten.


KategorieFreiheit