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Freie Bildung

Freie Bildung ist mehr als gebührenfreies Lernen!

Wir begeben uns in eine weiterführende Schule in einer deutschen Großstadt. Seit jeher kompensieren die Kollegen die zunehmende Belastung durch Erhöhung der Arbeitszeit, perpetierende Reformen und erziehungsmüde Eltern durch Synergieeffekte: Kurz gesprochen, sie sammeln Arbeitsblätter in Aktenordnern. Der Gedanke, das in nächtlicher Schreibtischarbeit erstellte Unterrichtsmaterial könnte derart zu wiederholtem Einsatz kommen, entschädigt für so manchen Schlafentzug.

In den letzten Jahren hat neue Technologie auch an unserer Schule Einzug gehalten. Was liegt nun näher, als verstaubte Aktenordner zu ersetzen durch virtuelle Webfolder und im selben Zug die Solidargemeinschaft auf die weite wissbegierige Welt auszuweiten!?!

Ein erster Ansatz mündete in Ernüchterung: SchülerInnen hatten Arbeitsblätter gesammelt und anonymisiert ins Netz gestellt. Kein Kollege erhob Einspruch - mancher war froh, dass dieser oder jener Rechtschreibfehler namentlich nicht zuordenbar war. Aber eine andere Größe stieg auf die Barrikaden: Ein Schulbuchverlag hatte auf einem Blatt eine motivierend gemeinte Grafik als aus einem seiner Lehrwerke stammend erkannt! Steuerbezahlte Lernmedien unterliegen selbstverständlich dem Urheberrecht und werden gewinnbrinnend von den Verlagen zweitverwertet...

Weitere Ansätze verfolgen die Strategie, die Materialien von der Öffentlichkeit abzuschotten und nur selbst beitragenden Kollegen zur Verfügung zu stellen.

Was aber fehlt ist eine Plattform für wahrhaft freie Unterrichtsmedien, die sich legal und frei nutzen und weiterverarbeiten lassen. Diese müssten nicht nur unter einer freien Lizenz (CC, GFDL) stehen, sondern auch in einem zukunftsoffenen Format (OASIS ISO-Standard).